Fatales Eigentor vermeiden
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Als Zentrum des Schweizer Finanzmarktes bietet der Finanzplatz Zürich über 100’000 Arbeitsplätze, erarbeitet mehr als ein Sechstel der regionalen Wertschöpfung, erbringt unverzichtbare Dienstleistungen für Bevölkerung und Unternehmen und finanziert einen erheblichen Teil der öffentlichen Hand.
Zürich hat die Chance, die Position als führendes globales Finanzzentrum zu halten und sogar weiter auszubauen. Im intensiven Wettbewerb mit internationalen Finanzzentren erfordert dies ein abgestimmtes Vorgehen von Finanzsektor, Realwirtschaft sowie Politik und Verwaltung, namentlich auch bei der Weiterentwicklung der Regulierung. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Finanzplatz nachhaltig geschwächt wird – mit direkten Auswirkungen auf Wachstum, Steuereinnahmen, Beschäftigung und Innovationskraft.
Eine aktuelle Studie von Oliver Wyman im Auftrag des Zürcher Bankenverbands zeigt die zentrale Bedeutung des Finanzsektors für die Region Zürich. Banken allein stellen über 44’000 Arbeitsplätze und decken rund 30 Prozent des schweizweiten Finanzierungsbedarfs von Unternehmen und Haushalten. Gleichzeitig generiert der Finanzsektor substanzielle Steuereinnahmen. In der Stadt Zürich stammen rund die Hälfte der Unternehmenssteuern aus Banken und Versicherungen. Damit ist die finanzielle Stabilität der öffentlichen Hand eng mit der Entwicklung des Finanzplatzes verbunden.
Christian Bretscher, Geschäftsführer des Zürcher Bankenverbands: «Der Finanzplatz Zürich ist kein Selbstläufer. Er ist ein zentraler Leistungsträger für Wirtschaft und Staat – und damit auch ein strategischer Standortfaktor für die Schweiz. Gerade bei weiteren Regulierungsschritten ist es deshalb zentral, gute Rahmenbedingungen zu erhalten, sonst schwächen wir die gesamte Volkswirtschaft.»
Die Studie zeigt auch: Die Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Die Konsolidierung im Bankensektor – nicht zuletzt die Integration der Credit Suisse in die UBS – hat die Marktstruktur nachhaltig verschoben.
Gleichzeitig investieren internationale Finanzzentren wie London, Singapur oder Hongkong gezielt in ihre Wettbewerbsfähigkeit – mit attraktiven regulatorischen Rahmenbedingungen, technologischer Infrastruktur und aktiver Standortpolitik.
Dr. Kai Trümpler, Partner bei Oliver Wyman und Co-Autor der Studie: «Zürichs Stabilität und Verlässlichkeit bleiben weiterhin eine Stärke – doch internationale Wettbewerbsfähigkeit entsteht nur durch aktives Gestalten.»
Die Studie identifiziert drei zentrale Handlungsfelder, die ein abgestimmtes Vorgehen von Finanzsektor, Realwirtschaft sowie Politik und Verwaltung erfordern: Die aktive Gestaltung und Weiterentwicklung des breiten, wettbewerbsfähigen Angebots an Finanzdienstleistungen für Wirtschaft und Bevölkerung, die Sicherung und der Ausbau der internationalen Standortattraktivität sowie die erfolgreiche Meisterung des technologischen Wandels und des Wettbewerbs um Talente.
Gelingt es, diese Bereiche erfolgreich zu entwickeln, hat Zürich die Chance, seine Rolle als führendes Finanzzentrum Europas hingegen nicht nur behaupten, sondern weiter ausbauen – zum Vorteil von Branche, Realwirtschaft, Bevölkerung und öffentlicher Hand. Voraussetzung dafür sind attraktive Rahmenbedingungen. Eine zielgerichtete und verhältnismässige Regulierung mit Augenmass, die international anerkannte Standards beachtet, ist dafür zentral.
Christian Bretscher: «Es geht nicht um den Schutz einer Branche. Es geht darum, die Voraussetzungen dafür zu sichern, dass der Finanzplatz seine Leistungen für Unternehmen, Bevölkerung und Staat auch künftig erbringen kann.»
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