Wer Banken schwächt, gefährdet auch Lehrstellen
Von Christian Bretscher, Geschäftsführer Zürcher Bankenverband In der Debatte um die Bankenregulierung geht es meist um Kapitalquoten und Risiken. Dabei
Aktuelle BAK-Studie belegt die brandgefährlichen Auswirkungen des vom Bundesrat ins Auge gefassten vollständigen Abzugs ausländischer Tochtergesellschaften vom harten Eigenkapital. Aufgrund der grossen Bedeutung des Finanzsektors würde sich der Schaden stark auf die Region Zürich konzentrieren.
Die heute veröffentlichte Studie von BAK Economics quantifiziert die Auswirkungen eines vollständigen Abzugs ausländischer Tochtergesellschaften vom harten Eigenkapital. Es drohen bis zu 34 Milliarden Franken Einbussen bei der Wertschöpfung, bis zu 6’300 gefährdete Stellen und bis zu 6,4 Milliarden Franken tiefere Steuereinnahmen über zehn Jahre. Gleichzeitig würden Kredite teurer und knapper, Investitionen geschwächt und die Attraktivität des Standorts unter Druck geraten.
Betroffen wären insbesondere international tätige, produktive Unternehmen – also genau jene, die für Wachstum, Innovation und Exportstärke entscheidend sind. Für Zürich als führendes Zentrum der Vermögensverwaltung und Unternehmensfinanzierung ist das besonders kritisch.
Der Finanzplatz Zürich erarbeitet 44 Prozent der Wertschöpfung des gesamten schweizerischen Finanzsektors und beheimatet 43 Prozent seiner Arbeitsplätze. ZBV-Geschäftsführer Christian Bretscher schätzt, dass die Region Zürich als Hauptsitz der von der geplanten Verschärfung der Kapitalvorschriften allein betroffenen UBS mindestens die Hälfte der Einbussen zu tragen hätte. Ein massiver Einbruch von Volkswirtschaft und Steuereinnahmen wäre seiner Ansicht nach kaum zu vermeiden.
Gerade unter dem Gesichtspunkt der angestrebten Stabilität ist ein solcher Einschnitt nicht zu verantworten. Eine Stärkung der Stabilität des Bankenplatzes muss mit verhältnismässigen, international abgestimmten Instrumenten erreicht werden. Eine institutsspezifische Extremlösung mit klaren volkswirtschaftlichen Kosten ist der falsche Weg.
Hintergrund:
Download der BAK-Studie zum TBTF-Kapitalregime
Download der Studie «Der Zürcher Bankensektor»
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